Gut schlecht positiv negativ
Wer kennt sie nicht?
Die Frage was “gut” oder “schlecht” ist.
Welche “positiven” oder “negativen” Eigenschaften man hat.
Oder auch “gut” vs. “böse”.
So schwer man sich oft dabei tut, etwas in diese Kategorien einzuordnen (egal ob´s einen selbst betrifft oder man über andere oder Ereignisse darüber nachdenkt), so leicht könnte es doch auch anders gehen.
Meist überlegt man kurz, manchmal auch gar nicht (weil über das Unterbewußtsein “abgekürzt”) und schon haben wir unsere Meinung und die vertreten wir dann auch meist sehr lange.
Aber woddurch erhalten wir dann diese “Meinung” ob nun etwas “gut” oder “schlecht”, “positiv” oder “negativ”, “gut” oder “böse”… ist?
Die Antwort gibt uns unser Unterbewußtsein auf Basis unseres “Mindsets“.
Unser Mindset ist der Erfahrungsschatz, den wir uns im Laufe unseres Lebens aneignen.
Unser “Wertevorstellungen” sind darin enthalten.
Wie dieser “Mindset” im Laufe der Jahre “programmiert” wurde, das wird Einfluss auf die Beurteilung von “gut” oder “schlecht”…. nehmen.
Meist wird unser Mindset “fremdprogrammiert”.
Fernsehen, Zeitungen, Meinungen von anderen, Kindheit, Erziehung, Schule, Universität,…
Unser Mindset ist sozusagen die “Betriebsanleitung”, wie wir uns zu verhalten haben, wie wir etwas beurteilen, wie wir etwas einschätzen.
Aus meiner Ausbildung zum Business Manager kenne ich eine “Grundregel”, wenn es darum geht ein Unternehmen zu “analysieren”.
Diese lautet: In der Analysephase (= Sammlung von Fakten und Tatsachen) wird niemals schon BEWERTET.
Das hat einen guten Grund. Würde man in dieser Phase bereits BEWERTEN, dann würde man nicht weit kommen, weil der Mindset des Analysierenden bereits wesentlichen Einfluss auf die weiteren Vorgänge nehmen würde.
Nun, was für Unternehmen gilt, gilt auch für Menschen.
Stellen Sie sich folgende Situation vor:
Sie fahren mit 130 kmh auf der Überholspur der Autobahn.
Freie Fahrt auf Ihrer Spur.
Rechts von ihnen fahren langsamere Autos in der Kolonne.
Plötzlich fährt vor Ihnen ein Auto unverhofft von der rechten auf die linke Spur.
Sie gehen vom Gas. Es war genügend Platz. Es ist zum Glück nichts passiert.
Nun die Frage:
Was dachten Sie in dem Moment als das Auto auf Ihre Spur wechselte und der Fahrer Sie dabei offensichtlich nicht herankommen hat sehen?
a.) So ein Volli…t!!!!!!!!!
b.) Kein Problem, Fuß vom Gas, er hat mich nur nicht gesehen, warum auch immer. Es ist genug Platz, es wird nichts passieren.
Und? Hand auf´s Herz. Wahrscheinlich eher a.) oder?
Diese Beurteilung, dieser Gedanke ist in Ihnen ohne vorher darüber lange Zeit nachzudenken in den Sinn gekommen.
auf uns treffende Situation + eigener Mindset = Beurteilung
Nunja, dass dies so ist, das ist kein großes Geheimnis und es hat auch keine Auswirkungen, dass Sie das nun wissen.
Wirklich nicht? Lassen Sie uns mal sehen.
Haben Sie sich bei “So ein Volli…t” gut oder eher zornig gefühlt? Konnten Sie sich Minuten oder vielleicht auch Stunden später darüber immer noch aufregen?
Vielleicht hat es also doch Auswirkungen…
Eine weitere Regel aus der Unternehmensanalyse (die in ihren prinzipiellen Methoden sehr gut auch für private Belange einsetzbar ist) lautet:
Ein Ereignis ist grundsätzlich einmal neutral und weder “gut” noch “schlecht”.
Erst der Kontrast, in welchen das Ereignis dann betrachtet wird, wird es zu “gut” oder “schlecht” machen.
Das Wort “Ereignis” kann hier beliebig durch viele andere Wörter ersetzt werden:
Eine “Aussage”…
Eine “Handlung”…
Eine “Situation”…
Ein “Verhalten”…
Eine “Eigenschaft”…
Und nun raten Sie mal, was der “Kontrast” in Bezug auf unsere Fragestellung ist.
Somit dürfte klar sein, dass unser Mindset, unsere “Programmierung”, unsere “Wertevorstellung” und unsere Paradigmen (=vorherrschende Gedankenmuster) erst alles zu dem machen, was es für UNS ist.
Mir hat diese Herangehensweise geholfen, wenn etwas vermeintlich “Negatives” oder “Schlechtes” eingetren oder geschehen ist. Aber auch die Betrachtung und Akzeptanz von persönlichen Eigenschaften (ob die eigenen oder die Wahrnehmung der Eigenschaften von anderen Personen) gelingt um Vieles einfacher.
Unpünktlichkeit: Positive oder negative Eigenschaft?
Regenwetter: Gut oder Schlecht?
Arbeitsverhältnis wurde gekündigt: Chance oder Bedrohung?
….
Den eigenen Mindset zu “rekonfigurieren”, sich neu einzustellen – das gelingt wahrscheinlich nicht von heute auf morgen. Schließlich haben wir Jahre und Jahrzehnte dafür gebraucht, ihn so einzustellen, wie er jetzt ist.
Es ist möglich, seinen Mindset zu rekonfigurieren. Jeden Tag auf´s Neue. Wir haben die Wahl, was wir denken.
Probieren Sie es aus!

Hallo!